Riesenbatterie im Nebel

Wald hinter Mauer

Pandemie-konformer Kurzurlaub 2020. Auf zur Familie ins Sauerland. Alles eingepackt? Na klar, machen wir ja nicht zum ersten Mal. Kurz nach der Ankunft dann die Feststellung: der Fotorucksack steht noch zu Hause! Hin- und herüberlegt, ob die erneute Fahrt sich für den Rucksack lohnt. Da ich mich sehr auf das Fotografieren, die Touren durch die Natur und das damit verbundene und dringend notwendige Freikriegen des Kopfes gefreut habe, beschließe ich, die Fahrt auf mich zu nehmen. Die Rückfahrt ohne Familie am kommenden Morgen nutze ich dann direkt für einen ersten Ausflug. Zum Pumpspeicherkraftwerk nach Rönkhausen. Wie von so manchem Ort, habe ich auch von diesem zum ersten Mal über ein Foto auf flickr gelernt. Die Fahrt an einem sonnigen Morgen geht durch kleine Orte des Sauerlandes, bis die Strecke kurz vor dem Ziel im Nebel versinkt. Ich entscheide mich für den Ilford Delta 400 als Film und habe ein 50mm, ein 85mm und ein 24mm Weitwinkel für meine Nikon F100 im Gepäck. Auf der Runde um das Oberbecken des Speicherkraftwerks bieten sich Blicke ins neblige Umland und natürlich das still daliegende Becken. Ich lerne noch einiges über diese Form der Energiespeicherung von entsprechenden Infotafeln. Einige Wochen später hadere ich ein wenig mit der Wahl des Filmes, habe ich doch den Eindruck, dass schwierige Lichtverhältnisse und Nebel verbunden mit dem Korn der Szenerie nicht immer gerecht werden.

Hochsitz kommt vor dem Knall

Ich war im Wald. Mit dabei hatte ich die Nikon F100 mit dem Nikkor 85mm f/1.4D und Kodak 400TX sowie einem Fotoimpex CHM400. Der Wald war im Sauerland. Ein konkretes Ziel hatte ich auf meinen Wanderungen nicht und bin bei Wind und Wetter querfeldein durch den Wald gelaufen. Im Verlauf der ersten Tour fielen mir die vielen Hochsitze auf, welche – mal unvermittelt, mal schon von weitem sichtbar – über Wald und Landschaft verteilt waren. Ich fing an zu sammeln und hatte bald Spaß daran, weitere „jagdliche Einrichtungen“ zu entdecken: Leitersitze, Scherensitze, Hochsitze, Kanzeln, Klettersitze, Drückjagdböcke. Die Nomenklatur lernte ich erst im Nachhinein, da mich mit der Jagd sonst absolut nichts verbindet. Spannend fand ich die Wirkung, die von manchen Hochsitzen ausging: über der Landschaft thronend, zum Ausblick einladend, gemütlich bis wohnlich, zwischen Bäumen versteckt, bedrohlich, verschanzt. Nebenbei waren das die idealen Touren in Corona-Zeiten: abgesehen von einem Fuchs und diversen Vögeln habe ich niemanden getroffen. Bleibt gesund!

Henrichshütte Hattingen

Ich war neulich seit langem mal wieder bei der Henrichshütte in Hattingen. Das Wetter war nicht so dölle, dafür war das Gelände fast menschenleer. Die Fotos habe ich mit der Rolleiflex magic II gemacht

Irgendwas zwischen Herbst und Lockdown…

Allzuviel bietet dieses seltsame Jahr bisher nicht an Motiven bzw. Gelegenheiten.
Weiterhin lautet die Devise: Festhalten des Alltags mit der Kamera und diesmal ists eine Leica M2,
die allerdings nicht mehr voll funktionstüchtig ist. Jedenfalls finden sich im Kühlschrank weiterhin
abgelaufene Filme. Farbfilm eignet sich natürlich gut für Herbststimmungen. Hier die ersten drei:

Red Dog for Landois

Kiev 88, 2,8 80mm auf Fuji G100
Aufnahme ca. 1988

Metallskulptur von Keith Haring für die Skulptur Projekte 1987.
Als Standort wählte Haring das ehemalige Zoogelände, der im 19. Jahrhundert von dem im Titel genannten Hermann Landois gegründet wurde und Mitte der 1970er einem Bankgebäude weichen musste. Die Figur könnte lt. Haring verstanden werden als „Geist der Tiere des alten Zoos und der Geist von Landois selbst, die sich aus dem Boden erheben, um aus Protest das neue Gebäude anzubellen“.

Das Gebäude im Hintergrund hat er damit natürlich nicht gemeint!

Die Skulptur wurde leider abgebaut.

Autoskulpturenpark – Bilder

Hier nun einige Bilder von meinem Ausflug ins Neandertal, aufgenommen mit der Rolleiflex magic II auf Kodak BW 400, Negative abfotografiert und bearbeitet in Lightroom/Photoshop.