Vergleich Kleinbild Normalobjektive

Da ich keine spiegellose Knipse besitze, beschränkt sich der Vergleich auf Objektive mit Nikon-F-Bajonett und M42-Gewinde.
Dank an Friedel und Thomas, die mir einige adaptierbare Objektive liehen und Heiko, Leica-M passt leider nicht an eine Nikon F.

Alle Aufnahmen entstanden mit der größten Blendenöffnung des jeweiligen Objektivs. Einen Vergleich bei Blende 4 oder 5,6 habe ich mir, wegen der geringen Unterschiede, gespart.

Ai-S Nikkor 50mm 1:1.2
Ai-S Nikkor 50mm 1:1.2

Ai-S Nikkor 50mm 1:1.4
Ai-S Nikkor 50mm 1:1.4

AF-S NIKKOR 50 mm 1:1.4G
AF-S NIKKOR 50 mm 1:1.4G

Nikon Series E 50mm 1:1.8
Nikon Series E 50mm 1:1.8

Super-Takumar 1.8/55mm
Super-Takumar 1.8/55mm

Exaktar 1:1.4 55mm
Exaktar 1:1.4 55mm

Carl Zeiss Jena Pancolar 1.8/50mm
Carl Zeiss Jena Pancolar 1.8/50mm

KMZ Helios-44M 2/58
KMZ Helios-44M 2/58

Meyer-Optik Domiplan 1:2,8/50mm
Meyer-Optik Domiplan 1:2,8/50mm

Vivitar 55mm 1:2.8 Auto Macro
Vivitar 55mm 1:2.8 Auto Macro

Industar 50-2 – 3.5 / 50
Industar 50-2 – 3.5 / 50

Lensbaby Muse
und damit es nicht zu ernst wird, das Lensbaby Muse 😉


Die Bilder wurden mit einer Nikon D700, bei Kunstlicht gemacht und gleich entwickelt. Nur die Helligkeit musste ich leicht anpassen, da die D700 es, weder mit mittenbetonter Integralmessung als auch mit Matrixmessung, nicht schaffte, bei Zeitautomatik, gleich helle Daten zu produzieren.
Die RAW-Daten finden Sie hier. Alle Bilder, in voller Auflösung als JPEGs hier. Das verwendete Objektiv finden Sie in den EXIF-Daten, in der Überschrift und im Titel.

Auf den Vorschaubildern sind kaum Unterschiede zu sehen, außer in der Farbigkeit. Es braucht einen 27″ Monitor mit 2560×1440 Pixeln und die volle Auflösung, um Unterschiede zu erkennen. Mein Ai-S 1.2/50mm ist kaum vom grandiosen Ai-S Nikkor 50mm 1:1.4 zu unterscheiden.
Überrascht hat mich das Nikon Series E 50mm 1:1.8 das, im Vergleich mit den lichtstärkeren Nikkoren, die geringste Verzeichnung produziert.

Jedes der Objektive hat seine eigene Charakteristik, die aber nicht in jeder Situation deutlich erkennbar ist. So ist z.B. der Bubble Bokeh des Domiplan hier nicht sichtbar.
Wenn ich das pornöse Ai-S 1.2/50 (700€s) direkt mit dem Carl Zeiss Jena Pancolar 1.8/50mm (45€) oder dem Super-Takumar 1.8/55mm (25€) vergleiche, sind die Unterschiede erschreckend gering. Selbst das Industar 50-2 – 3.5 / 50 (10€) kann überzeugen.

Fazit:
Es ist Ge­schmacks­sa­che. Alle hier verglichenen Objektive machen einen guten Job, mit nur kleinen Unterschieden, die in den meisten Situationen kaum sichtbar werden. Und um zwei Stufen abgeblendet wird man wahrscheinlich eine starke Lupe brauchen um Unterschiede zu erkennen.
Ob es Sinn macht für f1.2 ein Vielfaches eines f1.4 oder 1.8 zu zahlen, mag jede/r selbst entscheiden. Das Ai-S 1.2/50 sieht allerdings an einer FM3a geil aus.

  • Ai-S Nikkor 50mm 1:1.2 (img_2020_02_14_15_35_23_13688)
  • Ai-S Nikkor 50mm 1:1.4 (img_2020_02_14_15_36_24_13689)
  • AF-S NIKKOR 50 mm 1:1.4G (img_2020_02_14_15_37_04_13690)
  • Nikon Series E 50mm 1:1.8 (img_2020_02_14_15_37_59_13691)
  • Super-Takumar 1.8/55mm (img_2020_02_14_15_39_18_13692)
  • Exaktar 1:1.4 55mm (img_2020_02_14_15_40_46_13693)
  • Carl Zeiss Jena Pancolar 1.8/50mm (img_2020_02_14_15_41_51_13694)
  • KMZ Helios-44M 2/58 (img_2020_02_14_15_42_53_13695)
  • Meyer-Optik Domiplan 1:2,8/50mm (img_2020_02_14_15_44_00_13696)
  • Vivitar 55mm 1:2.8 Auto Macro (img_2020_02_14_15_45_00_13697)
  • Industar 50-2 – 3.5 / 50 (img_2020_02_14_15_45_50_13698)
  • Lensbaby Muse (img_2020_02_14_15_48_50_13699)

Die ersten Testbilder mit dem Super-Takumar 1.8/55mm

Mein 25€ Schnäpchen, vom Ausflug zur Fotobörse in Dortmund, hatte doch keinen Pilzbefall. Der reichliche Einsatz von Isopropylalkohol und die beherzte Verwendung von Küchenkrepp beseitigten den Schmier auf der Frontlinse.

Alle Bilder sind bei offener Blende, auf Kodak Gold 200, mit einer Praktica MTL3 gemacht.

Gebaut wurde das Asahi Takumar 1.8 55mm, mit verschiedenen Vergütungen, von 1958 bis 1975. M42 Anschluß, Sechs Linsen in fünf Gruppen.
Mein Exemplar wurde zwischen 1965 und 1971 gebaut.

Schon bei offener Blende ist das Asahi Takumar 1.8 55mm bis in die Ecken scharf. Es produziert eine sehr angenehme Unschärfe. Einen Randlichtabfall habe ich nicht bemerken können.

Mechanik und Haptik sind hervorragend. Der Fokus läuft sanft und satt. Die Blende rastet präzise in halben Stufen.