Film 2022-003

Radtour an einem Sonntag
mit der Mamiya Universal
einem Ilford XP2 Super
und dem Mamiya-Sekor 1:6.3 50mm

Das mit der hyperfokalen Entfernungseinstellung bekomme entweder, ich noch nicht wirklich hin, oder die Tiefenschärfeskala auf dem 50er stimmt nicht.
Sollte ich Geld darauf wetten, ich würde es auf Variante A setzen 😉

Das Jupiter-12

ist eine Kopie des Carl Zeiss Biogon 35mm/2.8 und wurde von 1947 bis in die 90er von KMZ, ab den frühen 60er von LZOS produziert. Das Jupiter-12 gibt es mit M39/LTM Gewinde und Kiev 4/Contax-Bajonett.

Sechs sphärische Linsen in vier Gruppen.
Die Blende läßt sich stufenlos von 2,8 bis 22 einstellen. Das ist allerdings etwas fummelig, da der Blendenring sich vorne, leicht versenkt, im Objektiv befindet.
Auf der Schnittzeichnung befindet sich die Rücklinse auf der rechten Seite.

Bei offener Blende wird es in den Ecken und den Rändern dunkel und sehr unscharf. Das Koma ist sehr ausgeprägt. Technisch betrachtet ist diese Scherbe Schrott. Nein, wie sagte Thomas W. über ein anderes UDSSR-Glas, es hat Charakter. Und diese Glas hat davon sehr viel.

Ab f5,6/f8,0 sind die Fehler fast nicht mehr vorhanden.

Bei offener Blende rendert das Jupiter-12, meiner Meinung nach, die Unschärfe sehr angenehm und lebendig.

Durch die außergewöhnliche Bauart ragt das Objektiv sehr tief in die Kamera. Bei Zorkis und FEDs sollte das kein Problem sein. Bei den Bessa R und L stößt das Jupiter-12 an. An Nikon Z läßt es sich problemlos adaptieren.

Um 100€s sind eine Ansage. Wer Perfektion erwartet, sollte diesen Schrott nicht kaufen.
Wer allerdings Spass an den Fehlern hat und diese zu nutzen weiss, bekommt ein sehr spannendes Objektiv, mit einer Menge Charakter. An einer 24 Megapixel Knipse ist es der Hammer.

Wien 2021, Karl Marx-Hof

Bis auf die zwei ersten (3.5/100),
Mamiya-Sekor 1:6.3 50mm @f11,
Kodak Tri-X,
Mamiya Universal

Mit der Schärfe des Sekor 1:6.3/50 bin ich nicht zufrieden. Vielleicht ist mein Exemplar nicht perfekt. Oder ich nutzte die hyperfokale Entfernungseinstellung falsch.
Ich hätte eh gerne die original Front- und Rückdeckel und die passende Streulichtblende. Vielleicht kaufe ich ein zweites Exemplar …

Die Tri-Xse ließ ich, in D-76, bei
Schwarzweiß Fotolabor – Atelier für analoges Handwerk
Erkrather Straße 292,
40231 Düsseldorf
entwickeln.

Passt. 6,50€ je Film. Auf einem Film gibt es zwei Trocknungsflecken. Auf dem ersten einen Kratzer. Der könnte auch von einem schmutzigen Magazin stammen.
Besser könnte ich es selbst nicht machen.

Hätte ich gewust, das es in Wien Gemeindebauten gibt, die Mieten deutlich unter denen in Münster sind, es hätte sein können, das ich nicht mehr im schönsten Dorf der Welt wäre.