„Türsteher Gottes“, Sonntagsspaziergang mit der AE 1

Anbei einige Fotos von einem Sonntagsspaziergang in Münster. Dabei waren meine Canon AE1 nach überstandenem „Canon-Keuchhusten“, das FD 1,4/50mm, das FD 2,8/28mm und das FD 4/70-210mm. Ja ich weiß ein Zoom, aber es funktioniert hervorragend. Geladen war die Canon mit einem Agfa APX400, der dann in D76 1+3 entwickelt wurde. Seit langer Zeit habe ich mal wieder in D76 entwickelt. Nach meiner Einschätzung ist der Entwickler für den APX400 absolut in Ordnung. Das Korn ist etwas feiner als in FX39 und viel feiner als in Rodinal. Die Schärfe ist auch OK.

Los gings am Aasee, über den Domplatz, weiter zum Aaseitenweg und dann ins Kreuzviertel.

Wir wollten eigentlich gegenüber vom Dom einen Coffee Togo holen, Da habe ich dann den maskierten „Türsteher Gottes“ gesehen. Das Foto musste ich natürlich machen! FD 4/70-210

Taube und Lambertikirche FD 4/70-210mm

Dom und LWL-Museum FD 4/70-210mm

Fischreiher am Aaseitenweg. Leider etwas unterbelichtet. Es gab 2 Möglichkeiten. Entweder verwackeln oder unterbelichten. FD 4/70-210mm

Kreuzkirche FD 2,8/28mm

Handy daddeln an der Kreuzkirche FD 1,4/50mm

Den Laden mit dem lustigen Namen gibt es leider nicht mehr. FD 2,8/28mm

NSU OSL 251 und Leica IIIf – Baujahr 1949

Aufnahme mit Elmar 5 cm.

Ich hatte letztens die Gelegenheit mit einer Leica IIIf eine NSU OSL 251 zu fotografieren. Zufällig stammen beide aus dem Jahr 1949. Es handelt sich bei dem Motorrad um ein englisches Exportmodell. Die Fußbremse und der Schalthebel sind im Vergleich zu „normalen Motorrädern“ vertauscht. Also Bremse rechts und Schalthebel links. Naja, sehr gewöhnungsbedürftig.

Objektive: Leitz Elmar 5 cm, Leitz Elmar 9 cm, Leitz Summitar 5 cm

Belichtungsmessung: Bewi Quick (Selenbelichtungsmesser ohne Batterie)

Film: Agfa APX 100

Entwickler: Kodak D76, 1+3

Scanner: Plustek Opticfilm 7200

Windschnittiges NSU-Emblem auf dem Schutzblech. Aufnahme mit dem 9 cm Elmar.
Einzylindermotor mit 239 cm³. Das war damals schon ordentlich. Auch diese Aufnahme mit dem 9 cm Elmar.
Kickstarter, Fußraste und Fußbremse.
Motor mit Königswelle. Hier sieht man auch die Fußbremse. Die Batterie ist übrigens ausgebaut. Im Gegensatz zur Leica braucht man nämlich eine. Aufnahme mit Summitar 5 cm.
Tacho mit max. 140 km/h ist sicherlich sehr optimistisch. Mit dem Handrad kann man übrigens die Federung des Vorderrads einstellen. Aufnahme mit Summitar 5 cm.

„Revue 400 SE 25“ Unterwegs mit kleinem Gepäck

Diese kleine Kamera besitze ich seit vielen Jahren. Als man im letzten Herbst noch innerhalb Deutschlands reisen konnte, hatte ich sie zu einer Städtetour mitgenommen. Die Entscheidung mit nur einer Kamera zu reisen hat sich im Nachhinein als absolut richtig erwiesen. Manchmal ist eine Reduktion absolut hilfreich.

Einige Infos:

Die Revue 400 SE 25 wurde ab 1977 von Foto Quelle vertrieben. Meine ist silber und etwas seltener als die schwarze Revue. Die kleine Schwarze hieß schlicht „Revue 400 SE“. Es gibt nahezu baugleiche Kameras von Minolta, Vivitar und Konica. Ich habe seinerzeit noch eine fürchterlich hässliche Original-Bereitschaftstasche und einen noch hässlicheren Gurt erhalten. Wie bei allen alten Schätzchen brauchte die Kleine noch etwas Zuwendung. So wurden die Lichtdichtungen erneuert und auch das wackelnde Objektiv wurde wieder fixiert. Ebenso wurde der Sucher vorsichtig gereinigt.

Es handelt sich um eine Messsucherkamera mit Zentralverschluss. Die Zeiten reichen von 1/8 bis 1/500 Sekunde. Man wählt am Objektiv die Belichtungszeit und die Blende wird automatisch ermittelt und rechts im Sucher angezeigt. Der Sucher ist ebenso wie die Kamera relativ klein. Der Messfleck des Entfernungsmessers ist jedoch gut sichtbar.

Einen Ein-, Aus-Schalter gibt es nicht. Über den Objektivdeckel „schaltet“ man den Belichtungsmesser und die Kamera ein und aus. Wenn man vergisst den Deckel wieder aufzusetzen entlädt sich die Batterie.

Das Highlight der Kamera ist das 40 mm Objektiv mit einer maximalen Blende von 1,7!

Im Internet wird behauptet, dass es von Leitz entwickelt wurde, da in der Minolta die gleiche Optik verbaut ist. Ob es stimmt weiß ich nicht. Ich kann jedoch bestätigen, dass es sehr sehr scharf und kontrastreich ist. Gegenlicht mag es allerdings nicht. Durch die 5 Blendenlamellen ist das heute so wichtige Bokeh leider auch nicht optimal. Aber sonst gibts nix zu meckern.

Zusammenfassung:

  • Blendenautomatik
  • 40mm f1:1,7 Objektiv
  • kleinste Blende F16
  • Gewicht ca. 470g
  • Verschlusszeiten 1/8 bis 1/500 Sek. und B
  • Naheinstellung ab 0,9m
  • Mischbildentfernungsmesser
  • Leuchtrahmen mit Markierung
  • CDS Belichtungsmessung, Ein-, Ausschaltung über den Objektivdeckel
  • Batterie SR44
  • ASA 25 bis 800
  • Zentralverschluss
  • Messwertspeicher (Auslöser gedrückt halten)

Als Fazit kann man festhalten, dass die kleine Revue eine absolut brauchbare Kamera ist, deren Ergebnisse sich nicht vor teureren Kameras verstecken muss. Die Gebrauchtpreise liegen inzwischen auf recht hohem Niveau. So werden heute tlw. 100,00 bis 200,00 € für funktionierende Kameras verlangt. Die baugleichen Minoltas und Konicas sind nochmals teurer.

Einige Beispielfotos aus Wiesbaden und von der Keith Haring Ausstellung in Essen. Wie immer in schwarz-weiß auf Agfa APX100 und APX400 entwickelt in ADOX FX39 und gescannt mit Plustek 7200.

Red Dog for Landois

Kiev 88, 2,8 80mm auf Fuji G100
Aufnahme ca. 1988

Metallskulptur von Keith Haring für die Skulptur Projekte 1987.
Als Standort wählte Haring das ehemalige Zoogelände, der im 19. Jahrhundert von dem im Titel genannten Hermann Landois gegründet wurde und Mitte der 1970er einem Bankgebäude weichen musste. Die Figur könnte lt. Haring verstanden werden als „Geist der Tiere des alten Zoos und der Geist von Landois selbst, die sich aus dem Boden erheben, um aus Protest das neue Gebäude anzubellen“.

Das Gebäude im Hintergrund hat er damit natürlich nicht gemeint!

Die Skulptur wurde leider abgebaut.

Holunderblütensirup

Nikon FM2
Nikkor 1,4 50mm
1/125 Sek., f4 (ca. 1 Blende überbelichtet)
Ilford FP4+ bei ISO125
entwickelt in Adox fx 39

Bei Interesse könnte ich auch noch das Rezept für den Sirup bekannt geben.
Wie man Entwickler, Stoppbad und Fixierer ansetzt wisst ihr ja.

`habe zum ersten Mal Adox fx 39 „angerührt“ und bin vom Resultat positiv überrascht.

Alter Kran am Kanal in Münster

Nach langer Zeit habe ich die Rolleicord mal wieder ausprobiert.
Weil das Wetter gut war, habe ich sie mit einem Ilford FP4+ gefüttert.
Entwickelt wurde in Adox fx 39 und dann gescannt mit dem Canoscan 9000F Mark II

Jupiter 11 f4 135 mm an einer Messsucherkamera. Geht das??

Ich habe quasi als Beifang zu einer hervorragend funktionierenden Zorki 4 ein Jupiter 11 mit 135 mm Brennweite geschossen.

135 an einem Messsucher is doch Schwachsinn! Aber ausprobieren musste ich es trotzdem!

 

Zunächst einige Infos zum Objektiv:

  • Es handelt sich um einen vereinfachten Sonnar-Typ mit 4 Linsen.
  • Gebaut wurde das Teil von 1950 bis 1971.
  • Die Lichtstärke beträgt 1:4, also nicht der Wahnsinn, aber zur Freistellung von Objekten müsste es reichen.
  • Der Korpus ist aus Alu. Meiner ist nicht mehr ganz blank und etwas angelaufen.
  • Der Schneckengang ist seeeehr lang und man kann von 2,50 m bis unendlich fokussieren. Also nix für Sportfotos. Erstaunlicherweise kann man an einer Zorki 4 sehr exakt scharfstellen. An einer Fed 2 klappt es sogar noch besser, weil die Messbasis erheblich breiter ist. Nach meiner Einschätzung kann man jedoch mit einer Spiegelreflex und 135 mm erheblich bequemer und sicherer arbeiten. Aber mit etwas Übung ist es absolut OK. In den 50er Jahren gab es eben noch keine Spiegelreflex und erst recht keinen Autofokus.
  • Um den Ausschnitt festzulegen braucht man natürlich einen zusätzlichen Sucheraufsatz.

Um noch einmal auf die Anfangsfrage zurückzukommen:

Ja man kann mit dieser Linse an einer Messucherkamera scharfe Fotos schießen. Am besten jedoch von statischen Motiven.

Anbei einige Beispiele:

Alle Aufnahmen wurden mit einer Zorki 4 und natürlich dem Jupiter 11 aufgenommen. Film war ein Agfa APX100 entwickelt in Rodinal 1/25. Die Aufnahmen sind bei F5,6 und 1/250 Sek. entstanden.